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Turnosenfund Erfurt - Die Münzen

Den umfangreichsten Bestandteil des Fundes bilden 3.141 Turnosen, sie werden auf dieser Seite in einer Datenbank für die Recherche erschlossen. 2012 erschien der ihnen gewidmete Band in der obigen Reihe (siehe Startseite). Die Datenbank dient neben der Erschließung des Gesamtbestandes auch zu Einarbeitung von Aktualisierungen und Verbesserungen in der Erfassung und kann so in Einzelfällen vom Buch (Datenstand: 02.11.2009) abweichen. Bitte beachten Sie hierfür das jeweils für den Datensatz angegebene Datum der letzten Aktualisierung. Aus diesem Grund wird hier auf eine weitergehende numismatische Darstellung des Themas verzichtet.

Als Grundlage für die Erfassung der Münzen diente die von Cees van Hengel 1997 vorgestellte „Classification for the gros tournois“ [Literaturzitat1], bei der eine alphanumerische Beschreibung der vorkommenden Umschriftvarianten entwickelt wurde. Die Umzeichnungen der von van Hengel berücksichtigten Buchstabenvarianten stammen von S. Tyler-Smith [Literaturzitat2]. Um die Eingabe zu vereinfachen, werden virtuelle Tastaturen angeboten, die auch ohne Kenntnis der „Transkription“ eine Eingabe der Umschriften ermöglichen.

Wie kann nun in der Datenbank gesucht werden?

Allgemein: Alle Felder in der Suchmaske werden „UND“ verknüpft.
Innerhalb der Textfelder können auch Platzhalter *[Sternchen] für 0 bis n-Zeichen und „?“ für genau ein Zeichen verwendet werden.
Für Umschriftenfelder stehen vituelle Tastaturen zur Verfügung, welche die bildliche Darstellung von Buchstabenvarianten in den alphanumerischen Wert übersetzten und diesen Wert dann in das Feld eintragen.

1. TFE-Nummer und technische Merkmale sowie Erhaltungsstufen

Jede Münze hat eine eindeutige Nummer (TFE-Nummer) im Bereich von 1 bis 3.141.
Weiterhin kann auch nach technischen Merkmalen gesucht werden:
(maximaler) Durchmesser; Gewicht; Stempelstellung (in Halbstundenschritten, z.B. 1 oder 1,5 bzw. 11 oder 11,5) der beiden Münzseiten zueinander. Bei Durchmesser und Gewicht können die mathematischen Funktionen: kleiner, größer und gleich verwendet werden. Auf der Basis der vom „Inventar der Fundmünzen der Schweiz“ vorgestellten fünfstufigen Abnutzungs- und Korrosionsskala (siehe: Bulletin IFS ITMS IRMS 2, 1995 Supplément: Usure et corrosion / Abnutzung und Korrosion [Literaturzitat3], Online unter http://www.fundmuenzen.ch/, pdf-Version kann nach diesem Merkmal getrennt für beide Münzseiten abgefragt werden.

2. Beschreibungsmerkmale nach van Hengel

Für die Burgseite können folgende Merkmale gesucht werden:
- (innere) Umschrift, diese ist inklusive des beginnenden Kreuzes bzw. der Lilie einzugeben
- Punktierungen an der 12h-Lilie, sowohl deren Vorhandensein an den Positionen 1 bis 4, deren Abwesenheit (globale Eingabe: n ) sowie „?“ bei nicht erhaltenem Merkmal, hier kann ebenfalls der „?“ und „-“ eingesetzt werden, um auch nach teilweise erhaltene Punktierungen zu suchen.

Für die Kreuzseite können folgende Merkmale gesucht werden:
- (innere) Umschrift, diese ist inklusive des beginnenden Kreuzes
- Form des M in NOME in der äußeren Umschrift,
- Formen des N in BNDICT, NOME und DNI in der äußeren Umschrift, jeweils jede Position, hier: HNH
- Punktierungen vor dem X in der äußeren Umschrift, Eingabe mit dem X hier .X

Die zwei Bilder verdeutlichen die relevanten Beschreibungsbereiche.

Merkmale Burgseite

Merkmale Kreuzseite

Viele Münzen sind nicht komplett erhalten und deshalb nur unvollständig beschreibbar. Über die Auswahlfelder Merkmale „Burg- oder Kreuzseite vollständig?“ kann man die Suche entsprechend einschränken.

Eine weitere Suchmöglichkeit ergibt sich durch die Auswahl von allgemeinen Grundtypen:

Thesaurus-Name Allgemeine Beschreibung
LVDOVICVS Ludwig IX. von Frankreich, Prägungen ab 1266 und Nachahmungen
LVDOVICVS / Stern Ludwig IX. von Frankreich (?) mit Stern auf 6h-Lilie
PHILIPVS Philipp III. und Philipp IV. von Frankreich Prägungen mit PhILIPVS-Umschrift, inkl. Nachahmungen
PhILIPPVS Philipp IV. oder Philipp V. von Frankreich, Prägungen mit PhILIPPVS-Umschrift, inkl. Nachahmungen
PhILIPPVS / Lilie Philipp IV. von Frankreich, Prägungen von 1298(?)
PhilIPPVS / Stern Philipp V. von Frankreich(?), Prägungen mit stern auf 6h-Lilie
Karl IV. Karl IV. von Frankreich, Prägung von 1322
PHILIPPVS / Stern Philipp VI. von Frankreich, Prägung von 1329
Holland, Johannes I. Johannes I. von Holland
Holland, Florenz V. Florenz V. von Holland
Brabant, Johannes II. Johannes II. von Holland
Provence, Karl I. von Sizilien Karl I. von Sizilien, Prägung für die Provence
Lothringen, Friedrich IV. Friedrich IV. von Lothringen
Berg, Adolf (im Namen Ludwig IV. [ab 1328]) Adolf VIII. von Berg
LUDOWICVS QUART (Frankfurt/Main 1345?) Ludwig IV., als Kaiser, Prägung Frankfurt am Main 1345 ?

Alternativ können auch die im Fund mit mehr als fünf Exemplaren vertretenen Typnummern nach Cees van Hengel ausgewählt werden.
Die damit verbundenen Beschreibungen werden dann in die Suchmaske übernommen und können natürlich vor der Suche auch noch bearbeitet werden.

Die Suchergebnisse werden in einer Übersichtsdarstellung angezeigt, über der man die Einzelmünze dann auswählen und anzeigen kann.

Literaturzitat1:
HENGEL, C. VAN: A Classification for the gros tournois. In: MAYHEW, N. J. (HRSG.) 1997: THE GROS TOURNOIS. Proceedings of the Fourteenth Oxford Symposium on Coinage and Monetary History. (Royal Numismatic Society Special Publication 31), 9-24.
Literaturzitat2:
TYLER-SMITH, S.: Notes to Accompany Plates 1–4. In: MAYHEW, N. J. (HRSG.) 1997: THE GROS TOURNOIS. Proceedings of the Fourteenth Oxford Symposium on Coinage and Monetary History. (Royal Numismatic Society Special Publication 31), 517–521 und Taf. 1–4.
Literaturzitat3:
Inventar der Fundmünzen der Schweiz. Usure et corrosion. Abnutzung und Korrosion. Bestimmungstafeln zur Bearbeitung von Fundmünzen. (Bulletin IFS/ITMS/IRMS 2, Supplément). Lausanne/Zürich.